Hier möchten wir Ihnen die gesetzlichen Grundlagen sowie die Rahmenbedingungen unserer Projekte vorstellen. Die jeweils laufenden Projekte finden Sie unter der Rubrik Wer, Was, Wo?

Eine Reihe von Instrumenten der Arbeitsförderung und Bildung wurden mit dem § 16 SGB II aus dem 3. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB III „Arbeitsförderung“) übernommen und kommen so auch den Arbeitslosengeld 2-Empfängern zugute. Einige Fördermöglichkeiten sind jedoch speziell für die erwerbsfähigen Hilfebedürftigen im Rechtskreis des SGB II geschaffen worden. Die wichtigsten dieser Fördermöglichkeiten des SGB II, die mit der Gesetzesänderung ab 01.04.2012 zum Teil neu gefasst wurden, finden in den Maßnahmen der KUBUS gGmbH Anwendung:

Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II mit Mehraufwandsentschädigung (MAE)

Die TeilnehmerInnen sind mit einer Beschäftigungsvereinbarung ohne Sozialversicherungspflicht i.d.R. für 30 Stunden/Woche tätig (Teilzeiten ab 15 Std./Woche sind möglich) und erhalten zusätzlich zu ihrer Grundsicherung je gearbeitete Stunde 1,50 Euro als Entschädigung für die Mehraufwendungen, die ihnen durch die Teilnahme entstehen. Der Urlaubsanspruch beträgt 2 Tage/Monat. Alle TeilnehmerInnen sind über die Berufsgenossenschaft unfall- und über eine Betriebsversicherung haftpflichtversichert.
Mit der Neuordnung der Arbeitsförderungsinstrumente ab 01.04.2012 finden im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten (AGH) keine Qualifizierungsmaßnahmen beim Träger und keine externen betrieblichen Praktika in Wirtschaftsunternehmen statt.

Die AGH können jedoch außerhalb der MAE-Arbeitszeiten mit Qualifizierungsmaßnahmen des Landes Berlin oder mit Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 SGB III kombiniert werden.

Die Neueinrichtung von Arbeitsgelegenheiten mit Entgelt ist mit dem 01.04.2012 entfallen.

Leistungen zur Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV) nach § 16e SGB II

Diese Fördermöglichkeit wurde ab 01.04.2012 speziell für Langzeitarbeitslose geschaffen, die auf Grund mehrfacher, schwerer Vermittlungseinschränkungen trotz vorhergehender Aktivierungsmaßnahmen nur schwer in eine ungeförderte Arbeit am allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden können.
Die Förderung wird an den Arbeitgeber als Zuschuss zu den Lohnkosten (AN-Brutto-Gehalt plus Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung) entsprechend der nachgewiesenen Leistungsminderung bis zu einer Höhe von max. 75 % gezahlt.
Die Beschäftigung erfolgt mit einem befristeten Arbeitsvertrag in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis (ohne Arbeitslosenversicherung) in Vollzeit mit 30 Wochenstunden und mit einer tariflichen oder ortsüblichen Entlohnung von mindestens 8,50 Euro/Stunde. Die maximale Förderdauer beträgt 24 Monate innerhalb von 5 Jahren.
Die Arbeitsplätze können durch das Land Berlin zusätzlich gefördert werden, wenn die Arbeiten gemeinnützig und im öffentlichen Interesse sind.
Ob ein potenzieller Bewerber die Zugangsvoraussetzungen für eine solche Arbeitsstelle erfüllt, wird durch den Arbeitsvermittler des Jobcenters festgestellt und dokumentiert.

Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt

Im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ fördert die Bundesregierung bis zum 31.12.2018 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, die zusätzliche, wettbewerbsneutrale und im öffentlichen Interesse liegende Arbeiten in den Kommunen betreffen. Gefördert wird das Bruttoarbeitsentgelt einschließlich des pauschalierten Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung (ohne Arbeitslosenversicherung) in Höhe von 18,9 %. Die Förderung je Arbeitsplatz beträgt bis zu 1.320 Euro pro Monat bei 30 Wochenstunden.
Das Bundesprogramm richtet sich an zwei Zielgruppen des SGB II mit besondere Problemlagen. Gefördert werden Leistungsberechtigte, die seit mindestens vier Jahren im SGB II Leistungsbezug sind und zum einen wegen gesundheitlicher Einschränkungen besonderer Förderung bedürfen. Zum anderen sind Bedarfsgemeinschaften mit minderjährigen Kindern unter dem Aspekt sozialer Teilhabe eine weitere wichtige Zielgruppe.
Eine zusätzliche Qualifizierung innerhalb der Arbeitszeit oder betriebliche Praktika sind nicht vorgesehen.
Flankierend zur Mitarbeit bietet die KUBUS gGmbH eine Integrationsberatung/ soz.päd. Betreuung durch KUBUS-Integrationsberater (inklusive Berliner JobCoaching ögB) an. Unsere Jobcoaches unterstützen Bewerbungsbemühungen, leisten konkrete (psycho-)soziale Hilfen, beraten zu kommunalen Leistungen nach § 16a SGB II und  vermitteln an Familien-, Sucht-, Wohnungslosen- und psychosoziale Beratungsstellen.

Maßnahmen nach § 16 SGB II bzw. § 45 SGB III

Neben bewährten Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogrammen bietet die KUBUS gGmbH seit einiger Zeit für langzeitarbeitslose Grundsicherungsempfänger nach SGB II und Arbeitslose aus dem Rechtskreis des SGB III Maßnahmen nach § 45 SGB III zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung an. In unseren Projekten Aktivcenter, Bewerbercenter oder Praxiscenter werden die TeilnehmerInnen an den Arbeits- und Ausbildungsmarkt herangeführt und ihre Beschäftigungsaufnahme begleitet und stabilisiert.